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Ministerpräsident Matthias Platzeck besuchte Birkenwerder PDF Drucken E-Mail
Hallo Nygendorp! Nachrichten - Politik Birkenwerder
Sonntag, den 30. August 2009 um 15:10 Uhr

M. Platzeck und H. LehmannAls Ministerpräsident Matthias Platzeck am Mittwochmittag nach Birkenwerder kam, war das Restaurant Boddensee bereits voll, denn alle wollten den Landesvater und früheren Umweltminister sehen und erleben, wie er gemeinsam mit dem Bauherren und Bürgermeisterkandidaten, Henrik Lehmann, das letzte Modul in die neue Solaranlage auf dem Restaurant einfügt.

Im Begrüßungskomitee war neben dem ehemaligen Innenminister und Kandidaten für den Wiedereinzug in den Landtag, Alwin Ziel, auch der amtierende Bürgermeister von Birkenwerder, Kurt Vetter, der den Ministerpräsidenten mit den Worten empfing, dass eine Schublade für seinen Wunschnachfolger, Henrik Lehmann, schon frei geräumt sei und ein Bleistift ebenfalls bereit liege.

Hymne Brandenburgs für den Ministerpräsidenten

Der Ministerpräsident und der Bürgermeisterkandidat legten dann Hand an und klebten das letzte Modul in die 30-Kwp-Solaranlage, die einzigartig ist, denn sie vereint gleich mehrere Vorteile. So wurde das gesamte Dach, also auch die Nordseite mit Modulen belegt, da es sich um Dünnschichtmodule handelt, die auch bei diffusem Licht, also z.B. bei bewölktem Himmel oder Schatten funktioniert. Die Anlage ersetzt das bisher dort vorhandene Wellasbestdach und ist damit doppelt umweltfreundlich. Vor allem aber konnte auf diese Weise auf die separate Dacheindeckung verzichtet werden, was natürlich auch Kosten spart und nebenbei auch noch schick aussieht, da nicht wie üblicherweise nur Teile des Daches mit Solarzellen belegt werden. Das Konzept wurde gemeinsam durch die Firmen Solarlifestyle aus Berlin und Davidsolar aus der Schweiz entwickelt und mit der ortsansässigen und im Restaurant Boddensee schon oft beschäftigten Firma Bazi Zimmerei & Dach umgesetzt.

 

Henrik Lehmann rechnete den Anwesenden vor, dass diese Anlage nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Durch den Verzicht auf die Dacheindeckung konnten die Kosten auf 125.000 Euro begrenzt werden inklusive Abriss des Altdaches, umweltgerechter Entsorgung und Vorbereitungsarbeiten. Die durch das Gesetz der erneuerbaren Energien für 20 Jahre gesicherten Erträge reichen demnach aus, die Zins- und Tilgungsleistungen für die Dachanlage zu begleichen. Man wäre töricht, wenn man noch neue Häuser baut bzw. Dächer saniert, ohne, sie mit Solarzellen zu belegen und Sonnenstrom zu erzeugen, meinte der Bürgermeisterkandidat keck. Er hofft, dass Birkenwerder zum Vorbild wird und Gemeinde, die Betriebe und die privaten Haushalte bald seinem Beispiel folgen, so dass vielleicht irgendwann Birkenwerder so viel Energie aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, wie der Ort selbst verbraucht.

Trotz vieler Termine gönnten sich die drei Kandidaten für die Wahl am 27. September, Matthias Platzeck, Alwin Ziel und Henrik Lehmann, noch etwas Ruhe auf der wunderschönen Terrasse am See und freuten sich über die positive Stimmung im Land Brandenburg gegenüber der SPD. Gemeinsam wollen Sie stärkste Kraft im Land bleiben, ungeachtet der bundesweiten Umfragen.

Plötzlich und unerwartet sangen Gäste des Restaurants, ein Chorausflug, die Hymne Brandenburgs für den Ministerpräsidenten, der auch Autogramme gab, und ernteten natürlich Beifall von den Anwesenden.

Zum Abschluss holte Henrik Lehmann, noch die Bürgerinitiative A10-Ausbau, die sich die Lärmreduzierung für die Anwohner zum Ziel gesetzt hat, mit an den Tisch, denn es gibt noch viel größere Pläne zur Nutzung der Sonnenenergie in Birkenwerder. Idee der Bürgerinitiative ist es, im Bereich von Birkenwerder, die Autobahn beim Ausbau zur 6-Spurigkeit zu umhausen. Dies würde nahezu alle Lärmprobleme lösen und ist durch die Nutzung des Daches der Umhausung für Solarenergie obendrein finanzierbar. Aber nicht nur die Bürger von Birkenwerder hätten dadurch Vorteile, die Gemeinde würde Gewerbesteuer einnehmen, der Bund als Bauherr könnte wegen der Befriedigung der vielen Eingaben deutlich früher mit dem Ausbau beginnen und selbst die Autofahrer hätten einen Nutzen, gibt es im Tunnel doch immer Licht und nie Glätte und Schnee. Dem Ministerpräsidenten und ehemaligen Umweltminister gefiel die Idee so gut, dass er den Auftrag zur Prüfung des Vorhabens gleich mitnahm für Infrastrukturminister, Reinhold Dellmann, und Landesumweltminister, Dietmar Woidke. Allerdings ist ihm die Idee nicht gänzlich neu, gab es doch vor Jahren schon in der SPD Konzepte, die Autobahnen zu umhausen, um für Lärmschutz zu sorgen, die Solarenergie zu nutzen und zudem die Unfallzahlen und die Betriebskosten von Autobahnen zu senken.

Gern hätten die Kandidaten noch länger am See geplaudert, aber im Wahlkampf ist der Terminkalender naturgemäß eng. Für ein Foto mit den Kindern aus dem Kindergarten reichte es dennoch und so ging dieser Besuch so fröhlich zu Ende wie er begonnen hatte mit strahlenden Gesichtern bei strahlendem Sonnenschein passend zum Anlass am Boddensee.
 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. September 2009 um 20:05 Uhr
 

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