| SPD: Kein Drumherumreden - Bildungspolitik ganz hautnah! |
|
|
|
| Archiv Mühlenbecker Land - Politik |
| Montag, den 18. August 2008 um 19:00 Uhr |
|
Vor Beginn der Diskussionsveranstaltung schilderte Rupprecht zunächst die Gesamtsituation im Land Brandenburg, die mit keinem anderen Bundesland vergleichbar ist: Während auf Grund stetig sinkender Schülerzahlen im Norden des Landes einige Schulen geschlossen werden mussten und andere um ihr Überleben kämpften, nehme die Bevölkerung im so genannten „Berliner Speckgürtel“ rapide zu. Die dort kontinuierlich wachsenden Schülerzahlen machten den Ausbau vorhandener Schulen sowie den Bau neuer Schulen erforderlich, um eine angemessene schulische Versorgung zu gewährleisten. Ein für Schüler und Lehrer gleichermaßen attraktives Schulangebot sei oberstes Gebot. Zudem müsse sich das Land Brandenburg für den unweigerlich zu erwartenden Wettbewerb zwischen den Bundesländern um die besten Lehrer rüsten, so Holger Rupprecht. Ein Abwerben von Lehrern sei zu befürchten. Das Land sei hier gefordert, eigene Anreize zu schaffen, um die Abwanderung von Lehrkräften in andere Bundesländer zu verhindern. In der nachfolgenden Diskussion stand dann natürlich die Schulentwicklung in den S-Bahn-Gemeinden im Vordergrund. Rupprecht - selbst 13 Jahre Schulleiter in Potsdam - zeigte sich hier gut informiert und den vorgetragenen Sorgen und Nöten sehr aufgeschlossen. Man müsse aber auch ehrlich sein und sagen, was machbar ist und was nicht. Nicht alle Forderungen seien sofort umsetzbar, die finanziellen Spielräume begrenzt. So wünschenswert eine bessere Schulversorgung sei, könne nicht überall ad hoc etwas zur Verbesserung getan werden. Das müsse man auch offen aussprechen. Rupprecht teilte den Anwesenden mit, dass die seit März diesen Jahres freie Rektorenstelle an der Glienicker Grundschule unmittelbar nach den Sommerferien wieder besetzt sein wird. Befristete Lehrerstellen würden verlängert oder in feste Anstellungen umgewandelt. Er begrüßte, dass die Gemeinde bereits durch die Aufstockung des Pavillons der Tatsache Rechnung getragen habe, dass die Glienicker Grundschule ab dem neuen Schuljahr insgesamt fast 700 Kinder besuchen werden. Den Ausbau der derzeitigen Oberschule in Mühlenbeck zur Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe hielt der Bildungsminister für den richtigen Weg und unterstrich damit die Auffassung des Vorsitzenden der Glienicker SPD, dass der Zugang zu guter Schulbildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zu ermöglichen ist. Die von verschiedenen Teilnehmern geäußerte Kritik am Schulentwicklungsplan nahm der Bildungsminister auf und sicherte eine Überprüfung zu. Am Ende dieses informativen Abends hatte man nach gut zweistündiger Diskussion den Eindruck gewonnen, Bildungspolitik einmal hautnah erleben zu dürfen. Ehrliche Antworten und die sympathische Offenheit des Bildungsministers trugen hierzu ohne Zweifel bei. |





