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STASI-UNTERLAGEN-BEHÖRDE IN HOHEN NEUENDORF PDF Drucken E-Mail
Archiv Hohen Neuendorf - Stadtverwaltung
Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 15:00 Uhr

INFORMATIONSTAG AM 27. JANUAR 2010 IN HOHEN NEUENDORF

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Außenstelle Frankfurt (Oder), sind für Sie am Mittwoch, dem 27. Januar 2010 mit einem Informationstag in der Stadtverwaltung Hohen Neuendorf, Oranienburger Straße 2. Von 15:00 – 19:00 Persönliche Beratung

Sie können bei Vorlage Ihres Personalausweises einen Antrag auf Akteneinsicht stellen oder sich nach dem Bearbeitungsstand Ihres Antrages erkundigen (bitte Tagebuchnummer mitbringen). Für spezifische Fragen nehmen wir uns gern Zeit und beraten Sie.

Musterakten, Vortrag und Ausstellungen

Interessierte können vor Ort Musterakten zu Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und zu Betroffenen lesen. Kostenfreie Publikationen zu verschiedenen Themen liegen aus und können mitgenommen werden.
Die Ausstellungen:

  • „Die Arbeit am Feind . . .  Der Bürger im Visier der Stasi“
  • Postgeheimnis?  Die Stasi und die Cottbuser Briefe

können vom 27.01. – 26.02.2010 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden:
Mo │ Mi │ Do │ 08:00 – 16:30
Di │ 08:00 – 18:30
Fr │ 08:00 – 13:00

17:00 -  Vortrag im Rathaussaal│ Rüdiger Sielaff, BStU 
              MfS – Schild und Schwert der Partei -  Zum Wirken der Stasi in der Region.

Zu den Ausstellungen:

Die Arbeit am Feind…Der Bürger im Visier der Stasi

Das MfS war zugleich geheimer Nachrichtendienst, politische Geheimpolizei und Unter¬suchungsorgan. Willkür und Härte in der Justizpolitik dienten der Einschüchterung und Ausschaltung von Regimegegnern. Wer ins Visier des MfS geriet, war einem Apparat ausgeliefert, der über alle nur denkbaren illegalen Mittel und Methoden verfügte, um auch bis in den letzten Winkel des Privatlebens vorzudringen. Die Staatssicherheit stützte sich bei ihrer Informationserhebung vor allem auf Inoffizielle Mitarbeiter (IM). Viele Bürger brachten aus unterschiedlichen Motiven jedoch auch die notwendige Zivilcourage auf und lehnten die inoffizielle Zusammenarbeit ab.

Auf 16 Tafeln sind Informationen über die Arbeitsweise der Staatssicherheit und die daraus resultierenden Folgen für die Menschen in der Region dargestellt.

 

Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser Briefe.

Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzbar, so hieß es im Punkt 1 des Artikels 31 der Ver¬fassung der DDR. Das hielt die Stasi jedoch nicht davon ab, Briefe und Pakete in unermess¬lichem Ausmaß zu kontrollieren. Dafür gab es im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) eigens die Abteilung M, die dem Leiter der Spionageabwehr direkt unterstand. Abgeschottet vom regulären Postbetrieb sortierten die Mitarbeiter dieser Abteilung in den Hauptpostämtern „um¬geleitete” Briefe, Karten, Päckchen und Pakete. Die ausgesuchte Post wurde in technisch bestens ausgestatteten Laboren der MfS-Bezirksverwaltungen ausspioniert. Mitte der 80er Jahre bearbeitete die Stasi zunehmend die Postsendungen innerhalb der DDR.

Beim Versuch, sich ein Bild vom Denken der Bürger zu machen, war dem MfS kein Aufwand zu groß. Mielkes Leute haben vor keinem Brief Halt gemacht. Zehntausende Namen finden sich so in den M-Karteien (benannt nach der Abteilung M). Wie von dem Mann aus Hoyerswerda, der eine Hundezeitschrift nach West-Berlin schickte, oder von Anja, die sich im Namen der Lieben bei der Oma fürs Paket bedankte.

Auf 15 Tafeln werden Arbeitsschwerpunkte der Postkontrolle des MfS veranschaulicht und mit aufgefundenen Beispielen aus verschiedenen Städten und Orten des ehemaligen Bezirkes Cott¬bus dokumentiert.

Rüdiger Sielaff
Außenstellenleiter